Montag, 30. Mai 2016

Landschulheim Schloss Heessen

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Die Verlorene Platte

Im Kunstunterricht des letzten Schulhalbjahres haben wir uns mit dem Thema „Stadtbilder“ auseinandergesetzt. Primär ging es um die Analyse von Gemälden zeitgenössischer Künstler, wie Kirchner, Delaunay und Meidner, wobei wir deren Ansichten und Vorstellungen von „Stadt“ herausgestellt haben.
Schließlich sollten wir selbst unsere Vision, unser inneres Bild bzw. eine bestimmte Facette davon visualisieren. Deshalb fingen wir an, als erstes Skizzen zu zeichnen, die besondere positive oder negative Aspekte der Stadt zeigen sollten (z.B. Enge, Anonymität, etc.). Nachdem wir uns für eine unserer Skizzen entschieden hatten, übertrugen wir sie auf die Linolplatte.
Wir haben mit der Drucktechnik „Verlorene Platte“ gearbeitet. Die Technik der Verlorenen Platte ist eine weiterführende Drucktechnik des Linolschnitts. Statt mit nur einer Farbe (Schwarz) wird mit mehreren – meistens mit vier – Farben (Gelb, Rot,  Blau, Schwarz) nacheinander auf ein Blatt gedruckt. Die Reihenfolge ist dabei genau zu bedenken, da die am wenigsten deckende Farbe zuerst gedruckt werden muss und die am meisten deckende Farbe als letztes, so dass alle Farben auch hinterher deutlich zu erkennen sind.
Zuerst wird hierbei die Platte mit der jeweiligen Farbe eingefärbt, wobei auf den Stellen, die vorher weggeschnitten worden sind, keine Farbe verbleibt. Dann drückt man das Papier auf die eingefärbte Linoleumplatte und überträgt die Farbe auf das Papier. Durch Reiben mit einem Löffel auf dem Papier wird die Farbe besser vom Papier aufgenommen. Nun wird das Papier mit dem Negativabdruck zum trocknen gelegt. Nachdem die Platte wieder sauber und trocken ist kann man weiter schneiden und den Druck mit der nächsten, deckenderen Farbe überdrucken.
Das besondere an dieser Drucktechnik ist, dass sie die Anzahl der Drucke im Nachhinein limitiert. Anstatt dass man wie bei dem einfarbigen Druck ein Negativ besitzt, das unendlich viele Kopien erzeugen kann, hat man bei dem mehrfarbigen Druck nur noch die Druckplatte für die letzte Farbe. Deshalb erfordert diese Technik genaue Planung und genaues Schneiden, da bei einem Fehler schon das ganze Kunstwerk zerstört sein kann.

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