Dienstag, 27. September 2016

Landschulheim Schloss Heessen

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Blick aufs Meer

Ivo Billinger, Christoph Gehrke, Isabelle Hanke, Amara Hordt, Tobias Jücker, Felix Lehmann, Susanne Mersmann, Elisa Meyer, David Mitzkus, Sebastian Untiedt, Eva Wüller gestalten „Strandcafé“ im Seniorenheim St. Stephanus.
Weitere gemeinsame Projekte sind fest verabredet.

Ein „Strandcafé“ mit Blick auf die Dünen und das Meer hat das Seniorenheim St. Stephanus neuerdings. Der Leistungskurs Kunst der Jahrgangsstufe 12 des Landschulheims Schloss Heessen sorgte in den vergangenen Wochen für eine maritime bildnerische Gestaltung des kürzlich eingeweihten neuen Wintergartens und lieferte auch gleich den Namen mit. Für Schlossschüler sind Projekte außerhalb der Klassenzimmer bereits gute Tradition. Nach mehreren künstlerischen Engagements an der St. BARBARA-Klinik ist das Seniorenheim St. Stephanus erstmals Kooperationspartner einer solchen Aktion geworden.
Die Auftragsarbeit, ein viele Quadratmeter großes Wandbild, war für die elf Schülerinnen und Schüler in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung. Zum einen war die Motivwahl stark eingeschränkt, denn der Raum war bereits mit Strandkorb und anderen Accessoires gestaltet, und es sollte eine passende Landschaft entstehen. Zum anderen hatten die Schüler auch maltechnische Probleme zu lösen, bei denen Kunsterzieher Carsten Spiegelberg nicht nur Lehrer, sondern auch als Künstler Hilfestellung leisten musste.
„Ein Trocken-Fresko zu machen hat ein ganz besonderes Anforderungsniveau. Zum Beispiel muss ich die perspektivisch am weitesten entfernt liegenden Punkte zuerst malen. Ich muss also von hinten nach vorne arbeiten. Dafür ist eine sehr gute Planung des Bildes erforderlich“, erläuterte Spiegelberg.
Erschwerend kam hinzu, dass das Bild auf der einen Seite um die Ecke verläuft und auf der anderen Seite eine Fensternische mit Mauervorsprung überwinden muss. Weiterhin waren die jungen Künstler beim Malen ständig der Kontrolle der Bewohner und Mitarbeiter ausgesetzt und dadurch herausgefordert, auf deren Kommentare und Kritik zu reagieren. Insgesamt sei die Aufgabe wesentlich komplexer gewesen, als zunächst erwartet, sagt Spiegelberg.
Ganz neue Arbeitsweise.
Die Schüler waren zunächst einmal gezwungen, ganz anders zu arbeiten als gewohnt. Hatten sie doch eine homogene Gruppenarbeit abzuliefern und nicht einzelne Bilder. Für das Motiv fertigte jeder zunächst eine Skizze an. Per Ausschlussverfahren wurden daraus dann Teile verworfen und andere ausgewählt, bis ein Entwurf stand. Der wurde dann mit der Planungsgruppe des Seniorenheims besprochen. Auch dabei gab es noch Änderungswünsche.
Dass schließlich alle auf einmal an der Wand standen und malten, entpuppte sich als weniger problematisch als zunächst vermutet. Immer wieder tauchten jedoch nicht vorher gesehene Schwierigkeiten auf, die vor Ort gemeistert werden mussten.
Die vielfältigen Problemstellungen haben die Schüler aus der Sicht Spiegelbergs sehr gut gelöst. Auch der Leiter des Seniorenheims, Paul Gosing, ist vom Ergebnis begeistert. Er hat bereits beobachtet, dass die Bewohner den neuen Blick aufs Meer genießen und vielleicht an ihre Urlaube an Nord- und Ostsee erinnert werden.
Nach Auffassung Spiegelbergs wie auch Gosings war die Zusammenarbeit so gut, dass sie schon weitere gemeinsame Projekte verabredet haben. „Wir haben noch so viele große Flächen, die nach Farbe hungern“, sagt Gosing erwartungsvoll.
(J. Best, Westfälischer Anzeiger, 20.03.2007)

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