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Tipps und Tricks


Abfälle vermeiden - vermindern - verwerten


Jeder von uns produziert Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat beachtliche Abfallmengen.

Wußten Sie schon,

 

  • daß in der Bundesrepublik pro Tag soviel Müll erzeugt wird, daß damit ein Güterzug mit einer Million Waggons beladen werden könnte?
  • daß jede Oelderin/jeder Oelder mit rund 295 kg Hausmüll pro Jahr nicht unerheblich zu diesem Abfallberg beiträgt?
  • daß ungefähr die Hälfte unseres Hausmülls aus Verpackungen besteht?

 

Derzeit steigt insbesondere das Abfallvolumen weiter an. Ein trauriges Ergebnis der Verpackungsvielfalt, Kauf- und Konsumgewohnheiten.


Tips für den Abfallfreien Einkauf


Das Thema Abfall beginnt bereits beim Einkauf. Durch überlegtes Kaufen sollte jeder mithelfen, die Mülllawine zu stoppen. Die Zusammensetzung des Abfalls zeigt das Problem: 50 % des Hausmüllvolumens (30 % des Gewichtes) ist Verpackungsabfall. Bitte beachten Sie daher beim Einkauf die folgenden praktischen Hinweise:

Bringen Sie Ihre eigene Einkaufsverpackung mit!


Verzichten Sie auf Einwegtragetaschen. Benutzen Sie Korb, Netz oder Tasche. Sie können dadurch so manchen Groschen sparen. In einigen Geschäften werden Käse- oder Fleischwaren in mitgebrachten Gefäßen verpackt. Leere Eierkartons können wieder befüllt werden. Brotbeutel aus Stoff werden immer beliebter.

Kaufen Sie den Inhalt, nicht die Verpackung!


Meiden Sie mehrfach Verpacktes. Geschenke machen ebenso Freude, wenn sie weniger aufwendig verpackt sind. Blumensträuße oder Topfpflanzen sind auch schön ohne Folie oder Blumenpapier. Obst und Gemüse können, ohne Schaden zu nehmen, auch lose in den Einkaufskorb gegeben werden. Bananen, Grapefruits, Gurken und Kohlsorten sind schon von Natur her ausreichend verpackt.


Nutzen Sie Nachfüllverpackungen, z.B. bei Gewürzen, Waschmitteln und Drogerieartikeln.

Mehrweg statt Einweg


Kaufen Sie möglichst Getränke in Mehrwegflaschen. Diese verhindern mit ihren im Durchschnitt bis zu 40 Umläufen eine große Abfallmenge.


Einweggetränkepackungen können zwar zum Teil recycelt werden, benötigen hierfür aber große Energiemengen. Vermeiden Sie womöglich Einweggeschirr, Einwegfeuerzeuge, Einwegkugelschreiber und Einwegservietten.

Schadstoffhaltige Abfälle


Achten Sie beim Kauf von Farben und Lacken auf umweltfreundliche Produkte. Eine Hilfe kann hier zum Teil der "blaue Engel" geben, der anzeigt, daß die ausgezeichneten Produkte weniger umweltschädlich sind als andere. Wählen Sie öfter viele unbekannte, unproblematische Produkte wie z.B. die Fliegenklatsche statt eines Insektensprays. Bitte kaufen Sie nur die richtige Menge schadstoffhaltiger Produkte ein, damit Sie keine unnötigen Reste übrig behalten. Bedenken Sie die Häufigkeit der Benutzung und die Haltbarkeit der Produkte. Kaufen Sie möglichst Elektrogeräte mit Netzteil oder eventuell Solarzellen, anstatt batteriebetriebene Elektrogeräte. Vermeiden Sie besonders den Kauf von Geräten mit eingeschweißten Batterien. Ersetzen Sie FCKW-haltige Spraydosen durch FCKW-freie Pumpsprays.

Recyclingprodukte und Wiederverwertung


Unterstützen Sie die Wiederverwertung von Altstoffen durch den Kauf von Recyclingprodukten, z.B. Toilettenpapier, Taschentücher oder Schreibpapier. Leere Pumpzerstäuber können als Blumenspritze verwendet werden. Entleerte Deoroller, die mit angerührtem Tapetenkleister gefüllt werden, sind ausgezeichnete Klebstoffspender für Kinder. Plastikdosen und -behälter lassen sich als Gefrierbox oder Plätzchendose weiterverwenden.

 


Bioplastik gehört in den Restmüll

Bioplastik ist derzeit im Kommen. Im Supermarkt gibt es zum Beispiel die Bioplastik-Tüte. Trotz des ungemein ökologisch klingenden Namens gehört Bioplastik nach Gebrauch, aber keinesfalls in die Biotonne – sondern in den Restmüll.
 
Kunststoffverpackungen, die man aus biologisch abbaubaren Werkstoffen wie zum Beispiel Cellulose oder Maisstärke herstellt, sind zur Zeit von der Rücknahme- und Verwertungspflicht befreit. Lizenzentgelte für den Grünen Punkt oder einen anderen Lizenzpartner müssen für die Entsorgung dieser Verpackungen nicht gezahlt werden. Die Bioplastikverpackungen gehören daher nicht in den Gelben Sack.
 
Doch wohin mit diesen Bioplastikmaterialien?

Es gibt mittlerweile Getränkeflaschen, Folien, Plastikschalen und – ganz neu – auch Tragetaschen bei einer großen Lebensmittelkette aus Bioplastik. Pfiffige Hersteller haben das Bioplastik als Lücke im System erkannt, um Kosten für die Lizenzgebühr zu sparen. Zudem lässt sich prima mit dem Verpackungsaufdruck „Hergestellt aus Bioplastik“ werben. Problematisch wird dies nur dann, wenn diese vermeintlich gut kompostierbaren Verpackungen in der Biotonne landen. Denn biologisch abbaubare Verpackungen benötigten zu lange für die Verrottung. Ziel der Kompostierung in einer großen Kompostanlage sei aber der möglichst rasche und verlustarme Abbau des Materials.
 
Biomüll, der in Oelde in der Biotonne landet, muss anschließend im Kompostwerk Ennigerloh in maximal acht Wochen zu fertigem Kompost verarbeitet sein. Für einen vollständigen Abbau des Bioplastiks ist diese Zeit viel zu kurz. Deshalb den Bioplastik in Oelde nicht in die Biotonne werfen: Dieser Kunststoff kann zur Zeit nur in der Restmülltonne entsorgt werden.
 
Vorsicht ist besonders bei den Biofolienbeuteln geboten, die man in den Vorsortiergefäßen zur Sammlung von Biomüll nutzen kann. Diese Beutel werden von den Müllwerkern wie herkömmliche Plastiktüten angesehen und können dazu führen, dass die Biotonne ungeleert stehen bleibt. Aus diesem Grund sollte man keine Biofolienbeutel für die Biotonne verwenden, sondern sich mit Beuteln aus Papier oder Zeitungspapier zum Einwickeln der Bioabfälle begnügen.
 
Gleiches gilt auch für die neu auf den Markt gekommenen Tragetaschen aus Bioplastik. Diese dürfen künftig in Oelde auf keinen Fall in der Biotonne landen, da sonst die Biotonne nicht geleert wird.


Boden-, Bauschutt- und Bauteilbörse

 

  • Die Boden-, Bauschutt- und Bautelbörse ist in Nordrhein-Westfahlen seit mehr als 10 Jahren ein Instrument zu Förderung der Abfallvermeidung und -verwertung. In diesem Internetportal können Angebote und Nachfragen für Boden, Bauschutt und Baustoffe durch jeden kostenfrei eingestellt werden. Die Börse wurde mit finanzieller Unterstützung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums entwickelt.
  • Als weiters Element wurde zusätzlich der Bereich Bauteile neu mit aufgenommen. Damit soll die Börse zur Wiederverwertung von z.b. gebrauchten Bauteilen wie Fenster, Türen, Dachziegeln etc. aus Abbruchmaßnahmen beitragen.

 

     Bauschutt- und Bauteilbörse


Bioabfälle verwerten durch richtiges Kompostieren


Auf einem Kompost werden organische Abfallstoffe durch die Arbeit von Bodenlebewesen zu hochwertigem, nährstoffhaltigem Humus abgebaut. Kompost ist also kein "Müll"haufen, sondern eine Rohstoff"wiederaufarbeitungsanlage".


Wer im Garten wertvolle Rohstoffe kompostiert, leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Für die biologischen Gemüsegärten ist Komposterde unersetzbar:


Der Boden wird mit Humus und Nährstoffen versorgt, das Bodenleben aktiviert und die Bodenstruktur entscheidend verbessert.


Regelmäßige Bodenverbesserung mit Kompost sorgt in Ihrem Garten für eine gesunde Dauerfruchtbarkeit, so daß Sie auf problematische und kostspielige Einsätze mit mineralischen "Kunstdüngern" verzichten können.


40 % der täglichen Hausabfälle sind kompostierbare organische Stoffe aus Küche und Garten. Ihre Verwertung als Kompost entlastet die Mülldeponien und Verbrennungsanlagen.


Kompost dient als Bodenverbesserer und als Dünger.


Kompost macht Torf überflüssig. Die Torfmoore - immer seltener werdende Biotope mit ihren bedrohten Tier- und Pflanzenarten - bleiben erhalten.

Standort:


Sehr günstig ist ein windgeschützter, halbschattiger Platz (z.B. unter Bäumen oder hinter einer Hecke).

Untergrund:


Der Boden darf keineswegs mit Beton abgedichtet werden, da sich sonst Staunässe bildet (Fäulnis!) und die wichtige Zuwanderung von Bodenlebewesen verhindert wird.

 

Größe:


Ein Kompost sollte ca. 1 - 1,20 m breit und hoch sein.

 

Aufschichtung:


Am besten wird das Ausgangsmaterial im Laufe eines Jahres gesammelt und dann nach vorheriger Bodenlockerung in einem Zuge aufgeschichtet. Nur so kommt es zu der gewünschten Wärmewirkung im Kompost (bis zu 70 °C) und einer raschen Zersetzung. Bei der Aufschichtung beachten Sie bitte folgendes:


Bringen Sie unten zunächst eine ca. 20 cm starke "Belüftungsschicht" aus Baum- und Heckenschnitt auf. Danach schichten Sie im Wechsel nasses und trockenes, grobes und feines Material auf.


Die einzelnen Schichten sollten abwechselnd mit Steinmehl (auf Grünmasse) und Algenkalk (auf Erde) überpudert werden. Samentragende Pflanzen unbedingt in die Kompostmitte einbringen!


Eine Beschleunigung des Rotteprozesses können Sie durch eine "Impfung" mit Mikroorganismen (Bakterien usw.) durch Zugabe von 2 - 3 Schaufeln eines schon verrotteten Kompostes erreichen. Rotteprozesse sind ohne Wasser nicht denkbar. Deshalb wässern Sie sehr trockenes Material. Ein Kompost sollte gleichmäßig feucht, jedoch nicht nass gehalten werden.


Zur "Wärmedämmung" decken Sie den Kompost abschließend mit Erde, Laub oder Stroh ab, bei längeren Regenfällen eventuell mit einer Folie vor zu viel Nässe schützen.

Einen Kompost umsetzen?


Die Verrottung zu Komposterde ist bei einem wie beschrieben aufgesetzten Kompost in der Regel schon nach 10 - 12 Monaten abgeschlossen. Eine Umsetzung ist nur dann nötig, wenn die Verrottung durch zu viel Nässe beeinträchtigt wird (dabei Mischung mit trockenem Material).

Verwendung:


Boden lockern, Kompost ca. 1 cm dick auf den Gartenboden verteilen und leicht einharken. Nicht untergraben!


Halbreifen Kompost können Sie im Herbst als Bodenabdeckung 2 - 3 cm dick auftragen (Flächenkompostierung) oder über das ganze Jahr hinweg unter Bäume und Sträucher verteilen.