Grönland, Island, Spitzbergen, Reisen in Kleingruppen mit Exkursionscharakter

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Ausblick von der Antigua 

 

Spitzbergen

Weit oben im Norden, wirklich ganz schön weit oben, wo Norwegen und das Nordkap längst schon aufgehört haben, liegt unser Reiseziel Spitzbergen. So oder als Svalbard bezeichnet man im weitesten gefasst eine Inselgruppe zwischen 74° und 81° n.B. und zwischen 9° und 33° ö.L., die im Norden an den Arktischen Ozean, im Osten an die Barentssee und im Südwesten an das Nordpolarmeer grenzt.

 

Es geht also wirklich ganz schön weit nach Norden, schließlich sind es bis zum Nordpol von hier aus gerade noch 1000 km.

 

Eigentlich bezeichnet Spitzbergen allerdings die westliche Hauptinsel, auf der das norwegisch geprägte Städtchen Longyearbyen mit der Verwaltung und dem Flughafen liegt. Unweit davon liegt auch Barentsburg, ein russisches Bergbaustädtchen. Daneben gibt es noch eine Reihe kleiner bis winziger Orte, von denen die internationale Forschungssiedlung Ny- Ålesund vielleicht noch am ehesten erwähnt werden sollte.

 

Und dann ist da eben noch ganz viel Gegend, die sich näher anzuschauen aber in jeder Hinsicht lohnt!

 

Neben der Hauptinsel besteht die Inselgruppe noch aus dem extrem vergletscherten Nordaustlandet, das sich mit dem isländischen Vatnajökull einen Wettstreit um die größte europäische Eisfläche außerhalb Grönlands liefert. Die Abbruchkante des Austfonna zum Meer hin ist 160 km lang und extrem spektakulär!

 

Edgeøya und Barentsøya als ebenfalls größere Inseln gehören ebenso noch dazu, wie das westlich gelegene Prins-Karls-Forland, die nordöstlich gelegene und komplett vergletscherte Kvitøya, das Kong-Karls-Land (mit den Inseln Svenskøya, Kongyøya und Abeløya), Hopen und die schon weiter südlich gelegene Insel Bjørnøya.

 

Ein Blick auf eine Karte (wenigstens zu empfehlen ist hier die Topografische Karte 1:1 000 000 des Norwegischen Polarinstituts) zeigt weitere grundsätzlichen Charakteristiken der Inseln. Auffallend ist die starke Vergletscherung, die mehr als die Hälfte der Landfläche einnimmt. Große Plateaugletscher sind ebenso zu erkennen wie teils daraus hervorgehende Talgletscher. Viele Abbruchkanten und Gletscherzungen reichen bis auf Meereshöhe hinab und kalben in das Meer oder in die Fjorde.

Arctica II im Heleysund

 

Arctica II in Sporporten

 

Die tief einschneidenden Meeresarme und Fjorde sind die zweite große Auffälligkeit. Besonders die Hauptinsel Spitzbergen ist stark zerfurcht, wobei besonders der Isfjord und der Bellsund mit seinen Nebenfjorden ganze Fjordsysteme bilden. Sind die Fjordränder und die Bergflanken geologisch bedingt nicht so steil wie im westlichen Norwegen, so zeigt sich dennoch eine höchst beeindruckende und abwechslungsreiche Landschaft.

 

Und der Blick auf die Karte offenbart noch das Fehlen größerer Bereiche von geschlossener Vegetation. Zwar gibt es wirklich kleine Wälder auf Spitzbergen, wenn man nicht aufpasst, tritt man aber drauf. Polarweiden, Netz- und Krautweiden sowie Zwergbirken kommen hier vor, erreichen aber maximal zwei bis drei Dezimeter Höhe, meist aber noch nicht einmal das.

 

Genaues Hinschauen lohnt sich aber, schließlich weist die Inselgruppe doch mehr als 170 Blütenpflanzenarten auf. Gehört Svalbard vegetationsklimatisch insgesamt zur Tundra, so ergibt sich aber doch eine Zonierung vom "wärmeren" Westen zum "kühleren" Osten sowie eine Höhenstufung der Pflanzengesellschaften. Exposition, Schneedeckendauer sowie Erosion durch Wind und Wasser tragen ebenfalls dazu bei, dass sich ein oft kleinräumiges Mosaik von Vegetation gebildet hat. Nicht unwesentlichen Einfluss haben auch Düngung (Nährstoffeintrag durch Kot), besonders im Bereich der Seevogelkolonien, sowie der Verbiss vor allem durch Rentiere,

Arctica II in der Hinlopenstrasse

 

Arctica II bei Ardneset

 

Die oft spärliche oder gänzlich fehlende Pflanzendecke gibt aber den Blick frei auf das was darunter liegt. Und auch für denjenigen, der sich sonst weniger mit Gesteinen, Mineralien und Fossilien beschäftigt, wird die lange und wechselhafte Entstehungsgeschichte der Inseln begreifbar.

 

Das Fundament Spitzbergens bilden wie auch in Skandinavien, Schottland und Ostgrönland Gesteine des Grundgebirges, entweder in kristalliner Form (Granit) oder durch Hitze und Druck umgewandelte Gesteine (Metamorphite wie Gneis oder Schiefer). Senkungen und Hebungen führten immer wieder zu Phasen von Ablagerung und Abtragung, vulkanische Aktivitäten bildeten Basaltschichten, die Wanderung der Inselgruppe über den Äquator nach Norden zog eine tiefgründige Verwitterung und Oxidation ("Old Red") nach sich und durch Vorkommen tropischer Vegetation, deren Ablagerung und anschließender Verdichtung und "Inkohlung", entstanden auch die Flöze, die zum Kohlebergbau in Pyramiden führten.

 

Die Trennung Spitzbergens von Ostgrönland durch die Öffnung des Nordatlantiks bedeutet besonders für die westlichen Bereiche der Hauptinsel eine neuerliche Umformung. Steilstellung Schichtenfolge und Auffaltung sind hier sehr gut zu erkennen. Damit ging wiederum eine erhöhte Abtragung einher. Zwischen die Abtragungsschichten sind Bänder organischen Materials eingelagert, die als tertiäre Steinkohle die Basis des Kohlebergbaus in Longyearbyen, Barentsburg und früher in Ny-Ålesund bildet.

War Spitzbergen durch seine Geschichte also durchaus einmal fruchtbares Land, so hat die Drift weit nach Norden und die komplette Vergletscherung während der letzten Eiszeit dazu geführt, das von Pflanzen und Böden nicht viel übrig blieb. Zwar findet eine intensive Verwitterung des Ausgangsmaterials statt, die Durchmischung und Anreicherung mit humosem Material und dessen weitere Zersetzung durch Mikroorganismen geht aber extrem langsam vor sich.

 

Die Böden warten aber mit anderen sehr spektakulären Erscheinungen auf. Alle möglichen Frostmusterbildungen sind lehrbuchhaft in der Landschaft zu sehen: Polygonböden (Steinkreise), Steinstreifen, Frosthügel, Eiskeilnetze und Fließerden sind auch für den Laien sehr gut erkennbar.

Tiere...und noch viel mehr; darüber gibt es auch bald etwas an dieser Stelle...

Übrigens, wussten Sie,

 

...das bei unseren Reisen mit der Antigua neben Rolf Stange immer zwei weitere Orts- und Fachkundige Guides mit an Bord sind?

 

...dass bei der Anreise mit dem Flugzeug nach Spitzbergen und zurück (Frankfurt - Oslo - Longyearbyen mit Boing 735 und 738) insgesamt 1280 kg CO2 pro Passagier freigesetzt  werden?

 

Wussten Sie auch, dass für die Reisen ab 2013 die CO2-Kompensationen an die "atmosfair gGmbH" im Reisepreis eingeschlossen sind?