Grönland, Island, Spitzbergen, Reisen in Kleingruppen mit Exkursionscharakter

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Deutschland erleben

Landschaft, Natur und Wein


Ürzig, Mittelmosel


Weinfässer

Als wenn einem ein Engel auf die Zunge pinkelt!


Entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise, aber Sie trift exakt mein Empfinden bei dem ersten Schluck eines 2001er Bernkasteler Lay von Dr. Loosen! Der Schluck folgte natürlich erst dem betörenden Riecherlebnis, das alleine mir schon das Lächeln auf das Gesicht gezaubert hat.

Nun lässt sich über jede Art des Geschmacks vortrefflich diskutieren, und nur selten wird man jemand anderen überzeugen können. Wer aber nicht über seinen Teller hinaus schaut, der sieht nicht, was es sonst noch gibt. Mir macht es nichts aus, meine eigene Beschränktheit zu erkennen. Wie könnte ich mir auch anmaßen, auch nur von einem Teilbereich alles zu wissen? Umso mehr macht es Freude, sich auszutauschen, etwas Neues zu lernen und vielleicht auch anderen etwas mitzugeben.

Und wer sich ein wenig darauf einlässt, den möchte ich gern mitnehmen auf diese kurze Reise, die uns an die mittlere Mosel führt. Landschaftlich ein Traum, und für Naturliebhaber und Wanderfreunde ein Muss! Entsprechend wollen wir tags viel unterwegs sein auf dem Moselhöhenweg und seinen Seitenwegen, durch Weinberge, auf Klettersteigen und durch die Höhen der Eifel. Kleine Weinorte, Einsamkeit, fantastische Aussichten, Klöster und Burgruinen wechseln sich auf unseren Wegen ab. Und am Wegesrand offenbart sich uns ein vielfältiges Mosaik an heimischer Tier- und Pflanzenwelt.


Weinfässer

Und dann ist da natürlich noch der Wein. Weiß, rot, rosé, trocken oder auch nicht, wir werden keine Wissenschaft daraus machen, sondern uns heranprobieren. Schmeckt der Wein vom Ürziger Würzgarten mit seinem Rotliegenden anders als der vom grauen oder roten Schiefer vom Erdener Treppchen oder der Wehlener Sonnenuhr? Namhafte Weingüter gibt es hier viele und ein paar werden wir besuchen.

Trinken Sie kein Wein oder nur trockene französische, australischen Shiraz oder welche aus dem Nappa Valley? Oder nur Bier? Auch dann werden Sie der Landschaft, der Natur und auch den Menschen hier vieles abgewinnen können, und die Reise wird für Sie in guter Erinnerung bleiben.

Und wer weiß, vielleicht probieren Sie ja doch etwas von dem Saft aus den Trauben...

Ich freue mich auf Sie!

Uwe Maaß

(Termin: Sommer 2017; eine Reisebeschreibung mit genauem Termin und Preisen folgt. Wenn sie Interesse haben, können Sie sich gern schon melden und vormerken lassen)

Blauflügel Prachtlibelle

Die Gegend

Wir befinden uns an der Mosel, einem sehr speziellen Bereich der Mittelgebirge. Der Fluss hat sich hier in imposanten Schlingen tief eingegraben in die umgebende Berglandschaft von Eifel im Norden und Hunsrück im Süden. Das dabei entstandene Relief ist nicht nur extrem schön und beeindruckend, es bietet auch viele geologische Aufschlüsse und damit Einblicke in die erdgeschichtlichen Abläufe. Zudem stellt das Tal im Schutze der umgebenden Höhen einen klimatischen Gunstraum dar, dessen heutiges Erscheinungsbild bereits im Grundstock durch die Römer gelegt wurde. Sie erkannten die gute Eignung der Hänge für den Weinbau, und so finden wir hier auch heute im Weinbau noch eine landschaftsprägende hochspezialisierte Landnutzung.


Die Höhen beidseitig der Mosel werden geprägt durch eingerumpfte, das heißt weitgehend abgetragene Reste eines aufgefalteten Gebirges. Die Gesteine stammen überwiegend aus der Zeit des Devon, sie sind meist zwischen 300 und 400 Mio. Jahre alt und wurden im Laufe Ihrer Entwicklung nach der Ablagerung durch Druck und Hitze zu Schiefer gepresst.


Und dann waren da noch wiederum Senkungen, Ablagerungen, erneute Hebungen, Vulkanismus und extreme klimatische Veränderungen, die allesamt diesen Raum überprägt haben und ihm seine Einzigartigkeit verleihen.

Weinbergterrassen am Calmont

Eidechse

Wenn allerdings die Menschen nicht wären, so wäre diese Gegend hier noch heute komplett bewaldet, wie eigentlich auch der große Rest von Deutschland. Zwar gab es schon vor den Römern eine Besiedlung dieses Raums durch verschiedene Völker und Stämme, eine großangelegte und geplante Anlage von Siedlungen, befestigten Städten und Heerlagern, von Straßen und Flusshäfen erfolgte jedoch erst mit der Ausdehnung des römischen Macht- und Einflussbereichs von Westen her bis zum Rhein und teils darüber hinaus. Wir stoßen auch heute noch auf zahlreiche Hinterlassenschaften der Römer, von denen die Porta Nigra in Trier oder das Weinschiff von Neumagen-Dhron die bekanntesten Beispiele dieser Region sein dürften.


In den folgenden Zeiten übernahmen die widerstreitenden kirchlichen Zentren Trier, Mainz und Köln großen Einfluss und untermauerten ihren jeweiligen Territorialanspruch durch Klostergründungen. Damit einher ging der Burgenbau. Die Abhängigkeit der Burgherren von Kirche, Kaiser und König nahm im Laufe der Zeit zugunsten einer geschickt ausgebauten Hausmacht ab. Dieser eigene Machtzuwachs wurde gern durch mächtige und repräsentative Burganlagen sprichwörtlich untermauert.

Manderscheider Burgen

Brauner Bär

Mit dem Aufstreben des Bürgertums, mit wachsender Bedeutung der Städte und des Handels verloren Kirche und Adel zunehmend an Einfluss. Mit der Besetzung durch die Franzosen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden viele Burgen zerstört und Klöster und deren Besitztümer enteignet und verweltlicht.


Es sind diese Hinterlassenschaften der Geschichte, die uns faszinieren. Wir wollen den Blick aber auch auf das Heute werfen.

Blaue Ödlandschrecke